Klassenvorschriften Technik
Technik
Berichtet hatte ich bereits vor einiger Zeit über die zwei geplanten und bereits von der IPA gutgeheissenen technischen Änderungen in den Klassenvorschriften.
Wichtiger erster Punkt ist die Abstimmung über die Einführung einer Fockfalltalje. Bislang sind Strecker an den Fallen in Verbindung mit anderen, zum gleichen Ergebnis führenden Einrichtungen nicht erlaubt (Regel 15.6. und 16.3). Gegen den Piraten speziell als Jugendboot gibt es seit Anfang der sechziger Jahre immer die gleichen Argumente, wie zum Beispiel: "zu schwer, zu langsam, zu teuer", auf die ich hier nicht eingehen möchte, einiges hat sich ja zwischenzeitlich relativiert. Ein neues Argument hat sich jedoch schon seit langer Zeit dazugesellt, und zwar seitdem eine hohe Fockvorliek/Mastvorspannung wichtig ist. Diese kann jedoch aufgrund der bestehenden Regeln nur direkt über das Fockfall erzielt werden - und da haben speziell Jugendliche allein beim Setzen (und natürlich auch Bergen) der Fock doch so ihre Probleme. Vom Brechen des Vorstages beim Reinhängen und Abstürzen vom Bug (diverse Male erlebt), wollen wir gar nicht reden. Eine abnehmbare und nur für diesen Zweck zwischen Vorstag und und Bugbeschlag geschäkelte Talje zum leichteren Einhängen des Drahtfalls in die Hakenleiste ist zwar äußerst hilfreich, aber eigentlich nur an Land. Auf See und dann noch bei viel Wind nützt sie nicht viel, auch Ältere haben da Schwierigkeiten beim installieren, um z. B. zwischen den Regatten auf veränderte Windbedingungen eingehen oder einen falschen Trimm berichtigen zu können.
Mehr und mehr werden wir jedoch von Verantwortlichen angesprochen, endlich diesen Mißstand zu bereinigen. Über 20 Jahre haben wir uns gesträubt und ich möchte hier nicht die damalige Argumentationen wiederholen. Wir sollten es aber jetzt anpacken, um einen weiteren Anreiz für Jugendliche zu schaffen und die oben geannten Schwierigkeiten zu minimieren. Allerdings, einfache Lösungen wie beim 420 oder auch Korsar sind leider nicht möglich, da der freie Platz zwischen Mastfuß/Fallaustritt und Großbaum nicht ausreicht. Ausführungen für Talljen im Boot neben dem Schwertkasten, aus vorhandenen Bordmitteln gebaut, gibt es schon und positive Erfahrungen von älteren erfahrenen österreichischen Seglern und einigen deutschen Jugendlichen mit Vereinsbooten liegen bereits vor. Die Benutzung während einer Wettfahrt wäre je nach Ausführung/Anzahl der Blöcke sicherlich möglich und wir wollen es auch nicht verbieten. Denn, mittlere bis größere Verstellungen sind ja aufgrund der vom Segelmacher vorgegebenen Fockvorliekspannung in Verbindung mit den nicht erlaubten weiteren Trimmassnahmen sogar kontraproduktiv. Aber diese Erfahrung sollte jeder selber machen können, speziell Jugendlich, die dann im Falle eines Umstiegs in andere Klassen besser gewappnet sind. Es ist unsinnig, für die möglichen und auch erforderlichen Ausführungen eine genaue Regelung wie beim 420 vorzusehen, sondern ich meine, (vorerst) mit einer ganz einfachen Regel auskommen zu können. Regel 15.10 neu: "Eine Fockfalltallje ist erlaubt, die Ausführung ist freigestellt."
Ein zweiter Punkt wie auch bereits erwähnt und hier gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen, betrifft den digitalen Kompass. Bislang haben wir ja die Stanadardvorschrift, daß ausser Zeitnehmern keine anderen elektrischen Geräte an Bord während einer Wettfahrt erlaubt sind. Die Technik schreitet jedoch voran, wir sollten uns nicht länger sperren. Aber dennoch keine Taktikfunktion zulassen, auch wenn dieses nicht direkt kontrollierbar ist. In einem Jugendboot sollten Jugendliche natürlich lernen, nicht dann z. B. zu wenden, wenn der Pieper es befiehlt, sondern das Gefühl und/oder der Verstand. Also Vorschlag Regeländerung, Regel 18, Ausrüstung: "Mit Ausnahme von Zeitnehmern und digitalen Kompassen ohne Taktikfunktion sind elektische Geräte während einer Wettfahrt verboten."
Helmut Loos/Technischer Obmann




