IDM 2012 in Röbel
Die Ergebnisliste findet Ihr hier.
Fotos können auch auf www.saralin.de bestellt werden.
Silbernes Beil 2012
- Details
Höft/Rieck verteidigen das „Silberne Beil“
Traditionsgemäß versammeln sich fast alle Teilnehmer unserer schönen Regatta bereits am Freitagabend und kaum einer lässt sich auch diesen Abend entgehen – Klönsnack in entspannter Atmosphäre. So wie 2006 stand uns auch dieses Mal mit der EM im Fußball wieder ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft ins Haus. Also wurde das traditionelle Frei-Büffet kurzerhand in den Klubhausgarten unter ein Partyzelt verlegt, im Klubhaus selbst der Beamer und die Leinwand aufgebaut und der Freitagabend konnte beginnen. Und was soll ich sagen: Es war ein toller Abend! Das, was unsere Vereinsfrauen wieder auf die Tische zauberten, war 5 Sterne wert, 2 Fässer Freibier – vielen Dank an Quadde und Daniel Reinsberg! – tolle Stimmung beim Fußballspiel und lauter entspannte, fröhliche Menschen. Wer unsere Regatta noch nicht kennt, hat mal wieder etwas verpasst und ist im Übrigen selbst schuld.
Nach einer kurzen Nacht (zumindest für einige) konnten unser Wettfahrtleiter Andreas Möller und ich am Samstagmorgen 2 polnische und 44 deutsche Piratenbesatzungen zur 56. Auflage unseres Pokals „Silbernes Beil“ begrüßen.
Bei guten Bedingungen und Winden um 4 Beaufort brauchte das Feld tatsächlich nur einen Startversuch, wobei die wenigen Frühstarter – ausgerechnet beide polnischen Boote – ihren Fehler selbst korrigierten, sodass es keine Disqualifikationen gab. Alle Favoriten fanden sich in der Spitzengruppe wieder, die von den Brüdern Björn und Marc Helms aus Berlin angeführte wurde. Überraschend unter den ersten Sechs lag auch die sich spontan gefundene Crew Anne Bauditz/ Sascha Rix (Berlin/Teterow) hinter Paul Merten /Jörgen Mohns und Carsten Jansen/Tilo Maaß, die von Hegi und Oliver Bajon verfolgt wurden. Über den gesamten Kurs von knapp 3,2 km setzten sich Helms/Helms immer weiter von Ines Pingel/Thomas Heldt und Höft/Rieck ab, so dass ein Sieg letztlich klar schien. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Kurz vor dem Ziel rundeten Björn und Marc die Luvbahnmarke ein zweites Mal, obwohl das Zielschiff bereits signalisiert hatte, dass der Zieldurchgang nun geöffnet war. Während also Helms/Helms den Spinnaker zogen, fuhren sowohl Pingel/Heldt , die so den Sieg „geschenkt“ bekamen, als auch Höft/Rieck durch, die artig „Danke“ riefen. Helms/Helms bemerkten ihren Fehler und wurden noch Dritter vor Merten/Mohns. Anne und Sascha lieferten sich kurz vor dem Ziel noch einen spannenden Kampf mit den Altmeistern Carsten Jansen und Tilo Maaß und hatten doch das bessere Ende für sich.
Bei zum Teil starken Böen kenterten die Güstrower Paul und Marko Bachmeyer (WVG) – blieben jedoch die einzigen. Schlimmer erging es dem Teterower Frank Martens, der noch fast an Land den Großbaum an den Kopf bekam und mit blutender Wunde ins Krankenhaus musste. Doch schon zur 2.Wettfahrt waren beide Crews wieder am Start. Piratensegler sind eben hart im Nehmen!
Für die zweite Wettfahrt wurde der Kurs aufgrund drehender Winde verlegt. Auch die Länge wurde auf 4 km erhöht. Der 2. Start klappte ebenso auf Anhieb, doch die Wettfahrtleitung gab das Signal für Einzelrückrufe, allerdings korrigierte kein einziges Boot, so dass es nun zwar klar war, dass es Disqualifikationen geben würde, aber wer davon betroffen war, wusste zu diesem Zeitpunkt nur die Wettfahrtleitung.
An der Spitze trafen sich gleich alle drei Favoriten. An der Luvbahnmarke führten die Güstrower Carsten und Tilo das Feld an, doch bereits auf dem Vorwindkurs mussten sie mehrere Boote passieren lassen. Ines und Thomas lieferten sich nun ein Kopf-an-Kopf- Rennen mit Bernd und Burkhard, Hegi und Oliver lauerten dahinter. In dieser Situation kassierten Bernd und Burkhard eine gelbe Flagge vom Schiedsgericht wegen unerlaubten Vortriebs, so dass sie eine 360-Grad-Drehungsstrafe ausführen mussten, wodurch sie bis auf Platz 8 zurückfielen. Schon nach der nächsten Luvbahnmarke hatten sie sich allerdings wieder bis auf Platz 2 zurückgekämpft, lediglich Ines und Thomas lagen noch vor ihnen.. Diese Platzierungen sollten auch bis zum Ziel Bestand haben, Hegert/Bajon wurden Dritte. Auf den weiteren Plätzen folgte die Überraschungscrew Anne Bauditz und Sascha Rix vor Merten/ Mohns und Jansen/ Maaß. Doch es gab ja noch Disqualifikationen und die bange Frage: Wer aus der Spitzengruppe ist betroffen? Volltreffer: es waren die ersten drei Plätze- alle Favoriten! Die Information sprach sich in der Pause herum wie ein Lauffeuer, denn nun hatten Anne und Sascha die Wettfahrt gewonnen, führten auch insgesamt und Paul/Jörgen und Carsten/Tilo „erbten“ die Plätze zwei und drei.
Tja, nun werden sich einige von euch fragen, wer schreibt denn da den Bericht? Peter und ich kamen ja bisher überhaupt nicht vor. Wir waren bei den ersten beiden Wettfahrten auch total am Tampen (12. und 28.). So nutzten wir die Pause zwischen dem zweiten und dritten Durchgang und trimmten unser Boot um. Und so kam es, dass wir nach dem Start zur 3. Wettfahrt vorn dabei waren, nur Hegi und Oliver segelten noch einen kleinen Tick schneller als wir. Uns auf den Fersen waren Ines und Thomas sowie Bernd und Burkhard. So lautete dann auch die Reihenfolge des Zieleinlaufs. Für Anne und Sascha reichte ein 11. Platz, um die Gesamtführung mit in den Abend zu nehmen. Paul und Jörgen belegten im Zwischenergebnis Rang 2 vor Kai Köhler und Christine Schmeißer (Heiligenhafen/Berlin), die mit den Plätzen 9,6 und 5 eine ausgeglichene Serie hinlegten.
Zurück an Land erwartete alle erst einmal ein Anleger- Freibier. Wer wollte, konnte auch die Tonnensauna besuchen oder sich mit einem Schönheitsschlaf auf den Abend vorbereiten. Nach dem Abendbrot im Klubhaus konnte man sich bei Gegrilltem und leckeren Getränken dem Klönsnack hingeben, den Tag Revue passieren lassen sowie bei Livemusik und Disco das Tanzbein schwingen.
Der Sonntagmorgen begann zunächst einmal – ganz entgegen der Vorhersage – ohne Wind, und so keimte bei Anne und Sascha die Hoffnung auf, völlig überraschend das Silberne Beil gewinnen zu können. Der Wettfahrtleiter setzte das Signal für eine unbestimmte Zeitverschiebung. Das Warten, Bangen und Hoffen begann. Auch Carsten Jansen auf Platz 4 hoffte, den Gedächtnis-Pokal seines Vaters Wilhelm Jansen (1907-1996) gewinnen zu können. Selbst die Windvorhersage war plötzlich negativ und der einsetzende Regen brachte auch keinen Wind. Es vergingen anderthalb Stunden, als der Wettfahrtleiter ein letztes Mal den Wind maß und signalisierte: Nun wird gesegelt!
Der Start zur 4. Wettfahrt fand unter der schwarzen Flagge statt und das Gedränge der 46 Boote, die kurz vor Schöninsel starteten, war groß. Der Start klappte jedoch. Einzig Hegert/Bajon waren zu früh unterwegs und handelten sich so die 2. Disqualifikation des Wochenendes ein, womit auch die Siegchancen dahin waren. An der Spitze zeigten Bernd Höft und Burkhard Rieck, warum sie national seit 2 Jahren das Maß aller Dinge sind und führten schon an der Luvtonne mit großem Vorsprung. Auf Platz zwei folgten wir vor Helms/Helms. Gerade bei dieser Konstellation brauchten Ines und Thomas unbedingt Platz zwei für den Gesamtsieg, doch sie lagen auf Platz 12. Die Wettfahrt, die insgesamt nur etwa 2 km lang war, brachte wenig Veränderungen und einen souveränen Sieg von Höft/Rieck. Da Pingel/ Heldt sich nur den 8. Platz ersegelten, bedeutete das für Bernd und Burkhard den insgesamt 3. Gesamtsieg nach 2007 und 2011. Mit unserem 2. Platz in der 4. Wettfahrt rutschten wir noch auf den 3. Platz hinter Ines und Thomas in der Gesamtwertung vor. Den 4. Platz sicherten sich Anne Bauditz und Sascha Rix und bekamen dafür den Wilhelm- Jansen-Gedächtnispokal. Mit Platz 4 in der letzten Wettfahrt erkämpften sich Simone Witte-Wahrendorf und Vanessa Rahn (Berlin) insgesamt Rang 8 und den Sieg in der Frauenwertung. Die Siegerehrung fand durch den Regen im Vereinshaus statt. Wie immer hatten Sponsoren und der WVG für tolle Überraschungen gesorgt. Nicht nur die ersten sechs Platzierten und die Gewinner der Sonderwertungen konnten Preise mit nach Hause nehmen, sondern auch 10 von meiner Nichte Marie geloste Besatzungen freuten sich über schöne Dinge, angefangen bei Wetterjacken, Quilts, Porzellan bis zum Segelzubehör und vielem mehr.
Ich bedanke mich bei unserem tollen Team an Land und zu Wasser, bei allen Teilnehmern für ihre gute Laune und den Spaß, den wir miteinander hatten und bei allen Sponsoren bei der Realisierung einer tollen Regatta. Wer mag, den sehen wir im Oktober beim Nebelbeil wieder.
Hacke Beil! Pirat GER4382 Peter Anders




